Beerdigung, und die Folgen – eine Woche Pause von der Arbeit

Diese Woche habe ich eine Woche Pause von der Arbeit. Ich habe seit Sonntag einen Arthrose-Schub in der rechen Hand, später im rechten Arm. Am Montag konnte ich noch nicht einmal die Zahnbürste halten, schon gar nicht arbeiten (am PC). Also ging ich am Montag zum Arzt – nach langer Zeit wieder einmal. Zuletzt war ich im März des Vorjahres da gewesen, dann hatte er mich zu einem Rheumatologen geschickt, um abklären zu lassen, ob ich Rheuma hätte. Das wurde verneint. Dazu wurde mir noch Blut abgenommen für Laboruntersuchungen, das Ergebnis würde später an den Hausarzt geschickt. Der Rheumatologe meinte, es wäre ein bedauerliches Krankheitsbild, aber sicher kein Rheuma.

Eigentlich hatte der Hausarzt versprochen, mir die Diagnose mitzuteilen – das tat er aber nicht. Helfen kann auch er mir nicht, und vor der Diagnose des Rheumatologen hat er mir nicht einmal eine Verdachtsdiagnose gestellt. Am Montag erwähnte er dann so ganz nebenbei, dass die Diagnose des Rheumatologen (Poly-)Arthrose sei. Und auch am Montag war seine einzige Idee, mir wieder Chemie gegen die Schmerzen zu verschreiben. Als ich das ablehnte (weil ich sie schon im letzten Jahr abgesetzt hatte, weil sie nicht mehr wirkten, nur noch meinen Körper vergifteten) fiel ihm lediglich ein, mir Kühlung der betroffenen Stellen zu empfehlen. Lediglich die Symptome zu behandeln hilft mir aber auf Dauer nicht. Ich bekam eine AU (nach 3 ½ Stunden Wartezeit), und konnte gehen.

Der Auslöser für Schwellung und Schmerzen war wahrscheinlich Stress, körperlich oder geistig. Am Sonntag vor einer Woche war mein Vater gestorben, und am Freitag war die Beerdigung. Die Trauerfeier fand in einer kleinen Dorfkirche statt, und wurde durchweht vom calvinistischen Fatalismus. Es war furchtbar. Menschen einzureden, sie seien zu keinerlei innerem Wachstum fähig, das grenzt meiner Meinung nach an Körperverletzung. Mein innerer Widerwille gegen diese zudem entsetzlich kitschige Veranstaltung war so groß, dass ich froh war als sie vorbei war. Danach war dann die Grablegung im eisigen Wind eines sauerländischen Friedhofs. Daran anschließend ein lang gezogenes Kaffeetrinken in einem Altenheim, bei dem ich mich gegen Vereinnahmung durch Verwandte wehren musste. Am Folgetag hatte ich dann wohl wegen der Kälte starke Zahnschmerzen, und am Sonntag dann die rechte Hand geschwollen.

Nun hatte ich zwar immer wieder auch Schwellungen der rechten Hand, aber selten so starke. Und inzwischen nimmt die Häufigkeit und Dauer deutlich ab, seit ich regelmäßig Yoga mache und mich vegetarisch ernähre. Das tue ich nun seit einem halben Jahr. Vielleicht erscheint das wenig, aber Gesundheit hat sich seitdem sehr verbessert. Ich fühle mich so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr.

Im letzten Jahr war ich drei Mal in Bad Meinberg bei Yoga-Vidya, zwei Mal eine Woche und dazu noch ein Drei­-Tage-Seminar. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt, und dazu auch sehr ernst genommen, auch mit meiner spirituellen Suche. Die yogische Denkart, man kann vielleicht auch Religion sagen, erscheint mir wesentlich sinnvoller als alles christliche das ich hier bisher kannte. Ich verstehe auch den hinduistischen Hintergrund, empfinde ihn als naheliegend, aber der Hinduismus ist so unendlich groß… Jedenfalls erscheint er mir nicht so blutleer wie der (eher atheistische) Zen-Buddhismus. Vom Atheismus zum Nihilismus ist es nicht weit, und mir sind auch schon Japaner(-innen) begegnet, deren vornehme Zurückhaltung sich eher in eine deutliche Ignoranz anderen Menschen und ihrem Schicksal gegenüber mutierte. „Hat der aber ein mieses Karma“ hörte ich dann aus solchem Mund über Andere, statt diesen zu helfen. Das erscheint mir wie die Schattenseite vieler asiatischer Weltanschauungen, kein Mitleid zu haben, oder es nicht umzusetzen. Oder irre ich mich da, trügt da der Schein?

ॐ शान्तिः Om Shanti

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2 Gedanken zu “Beerdigung, und die Folgen – eine Woche Pause von der Arbeit

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