Elemente und Modalitäten

Wenn ich Texte zu Ayurveda lese, die darin enthaltenen Elemente und Doshas, dann bin ich zuerst etwas irritiert. Es gibt plötzlich ein Element mehr als ich bisher kannte, den Äther. Und Doshas kannte vorher ich gar nicht. Modalitäten waren mir geläufig, aber sie sind etwas völlig anderes als Doshas, eben nicht realisierte Elemente, sondern eben Modalitäten der Realisierung. Als Information über die Stärke von Energien sind die Elemente eine gute Orientierung. Doshas sind nach meinem Verständnis eine andere Gruppierung solcher Energien, auf eine andere Art zusammengefasst, aber das gleiche ausdrückend.

Wer das noch nicht kennt: der Ayurveda benennt drei Doshas, Vata, Pitta und Kapha. Von ihnen wird gesagt, daß Vata aus der Kombination der Elemente Luft und Äther besteht. Pita besteht aus dem Zusammenwirken von Feuer und Wasser. Kapha wiederum besteht aus Erde und Wasser. (Zu Ayurveda mehr bei Yoga Vidya)

Elemente und Modalitäten habe ich zuerst in westlicher Astrologie kennengelernt, während meiner Studienzeit. Damals beschäftigte ich mich unter anderem mit psychologischer Astrologie nach Liz Greene und mit Astrologie nach Döberreiner. Letztlich handelt es sich dabei um symbolische Systeme. Es gibt auch andere symbolische Systeme: das Tarot, das I-Ging, das Handlesen, und weitere. Im Wesen sind diese Systeme immer in sich abgeschlossen, können aber aufeinander abgebildet werden. Jedes Symbolische System stellt eine Art Koordinatensystem dar, mit dem (unter anderem) die Qualität der Zeit beschrieben werden kann.

Modalitäten stellen eher ein Bewegungsprinzip dar. Ein Horoskop gibt in gewisser Weise den Rythmus der Natur im Jahreskreis wieder, eingeteilt in die vier Jahreszeiten (bzw. Kreisviertel, Quadranten genannt), und diese wiederum unterteilt in drei Abschnitte, die Monate bzw. Zeichen. Die Abschnitte zu Beginn eines Quadranten haben dabei gemeinsam, dass sie das Bewegungsprinzip des Beginns, des nach-außen-Bringens eines Themas verkörpern. Die jeweils zweiten Abschnitte stehen diesen konträr gegenüber, sie verkörpern die Gegenbewegung oder die Reaktion des Gesamten oder der Umwelt auf den Primärimpuls. Die jeweils dritten Abschnitte stellen hingegen so etwas wie eine Synthese dar, eine Residualbewegung, sie bewahren und überschreiten die beiden Vorgänger gleichermaßen.

Ich stelle mir das immer wie eine Wellenbewegung vor: das kardinale Zeichen gleicht einem Strudel nach außen, wie ein Hochdruckgebiet oder eine Quelle; das fixe oder stabile Zeichen gleicht einem Strudel nach Innen, wie ein Tiefdruckgebiet, ein Abfluß, ein Sog; das variable Zeichen dreht die Perspektive, sieht aus wie eine Sinuskurve, eine Meereswelle, ein Kondesstreifen, ein Pulsieren.

Wenn ich ein Geburtshoroskop analysiere dann schaue ich mir ziemlich zu Anfang die Verteilung der Gestirne in den Häusern und Zeichen sowie in den Modalitäten an.

Für alle, denen die Zeichen und Elemente nicht mehr so ganz präsent sind: In der westlichen Astrologie betrachtet man die Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde. Dem heißen und trockenen Feuer steht symbolisch dann das kalte und feuchte Wasser gegenüber, der heißen und feuchten Luft entgegen steht die kalte und trockene Erde. Im Horoskop ist die Folge freilich Feuer – Erde – Luft – Wasser.

kardinal fix variabel
Feuer Widder Loewe Schuetze
Wasser Krebs Skorpion Fische
Luft Waage Wassermann Zwilling
Erde Steinbock Stier Jungfrau

Bei der Analyse bewerte ich dann die Gestirne mit Punkten, je stärker der Einfluss desto höher die Punktzahl. Der Sonne gebe ich 4 Punkte, Mond und Aszendent je 3 Punkte, den persönlichen Gestirnen Merkur, Venus und Mars je 2 Punkte, den überpersönlichen Gestirnen Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun, Pluto sowie dem Mondknoten je 1 Punkt. Der Geburtsherrscher bekommt einen Bonuspunkt dazu.

Dann bilde ich die Summen für die Elemente Feuer, Erde, Luft und Wasser sowie für die Modalitäten, also die kardinalen, fixen und variablen Zeichen.

Diese Werte geben einen guten Eindruck über die Energie eines Menschen. Vor allem auch Elemente oder Modalitäten mit sehr niedrigen Werten weisen dabei auf Schwächen hin.

kardinal fix variabel Punkte
Feuer Venus 2 AC,Mars, Uranus 6 Mond 3  11
Wasser Merkur 2+1 Neptun 1  4
Luft Jupiter 1 Sonne 4  5
Erde Saturn 1 Pluto, MK 2  3
Summen  6  8  9 23

Dies Beispiel sind meine eigenen Daten. Man kann darin leicht ablesen, dass ich ein Pitta-Typ bin. Alle diejenigen, die sich über ihren Ayurvedischen Typ nicht ganz klar sind kann ich empfehlen, einfach ein Geburtshoroskop zu berechnen und diese Werte zur Kontrolle zu bestimmen.

Die Horoskopberechnung bekommt man gratis bei Astrodata unter „Gratis Horoskope“ -> „Horoskopzeichnung“. Viel Spaß damit.

OM SHANTI

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