Träume

Sonne über dem Meer

Ein Morgen, an dem ich so weich noch träume von einer Zukunft, in der sich alle Schwierigkeiten des Lebens auflösen. Beziehungsprobleme verschwunden sind, vielleicht eine neue Bezehung etabliert ist. In mir steckt sicher mehr als nur der nützliche Versorger, und ich möchte noch weitere Seiten von mir auch mit Anderen leben.

Im Traum sind dann auch die Probleme bei der Arbeit gelöst, vielleicht weil ich dann etwas viel nützlicheres tue, die Abteilung oder gar die Firma gewechselt haben mag. In mir steckt sicher viel mehr als nur der nützliche Mitarbeiter für rücksichtslose und egoistische Manager einer IT-Firma. Bisher konnte ich da nur nicht weg, musste die Familie versorgen. Vielleicht wird das einmal anders, die Kinder werden älter, können Änderungen verkraften.

So hoffe ich das wird mehr als nur ein Traum. Schon seit längerer Zeit fühle ich mich als würde ich durch das Leben geführt. Wenn ich schwierige Probleme habe finde ich in der Meditation eine Lösung dafür, bekomme einen Hinweis, sehe eine helfende Hand. Das interpretiere ich ganz optimistisch als Führung und Hilfe.

Om Namoh Baghavateh Vasudevaya.

Asana-Workshop: Intensität und Prana-Wahrnehmung

Am Freitag war ich in einer Yogastunde mit Swami Saradananda. Für mich ungewohnt, an einem Arbeitstag abends zur Yogastunde zu gehen, sonst gehe ich nur Sonntags ers zur Yogastunde und bleibe dann zum Satsang. Zuerst nahm ich die Lehrerin auch gar nicht wahr, sie war ganz unscheinbar, aber ich kam auch etwas spät, war im Büro noch aufgehalten worden, es war auch ein sehr inensiver Tag gewesen. Nun also ohne Pause direkt zum Yoga.

Die Stunde fing ganz unauffällig an, mit der Anfangsentspannung, lediglich die Übersetzung war ungewohnt. Bei den Übungen dann fiel schon zu Anfang auf, dass sie ungewöhnlich langsam ausgeführt wurden. Gut, der Titel des Workshops war „Asanas intensiv“, das passte schon. Die Krokodilsübungen waren auch noch gut auszuführen für mich. Beim Sonnengruß hatte ich dann einige Schwierigketen, mein rechter Arm schmerzte schon nach kurzer Zeit im Stütz und im Hund, ich versuchte natürlich die angesagten Bewegungen auch auszuführen, konnte aber gelegenlich nicht mehr mithalten. Später der Mondgruß und der Drehsitz machten mir dann weniger Schwierigkeiten. Ziemlich anstrengend waren auch der Schulterstand und der Pflug, jeweils etwa drei Mal so lange zu halten wie sonst gewohnt. Gut war dabei, dass ich die hinterste Matte hatte, so fiel es weniger auf wenn ich nicht mehr mitkam. Sehr inensiv war es trozdem, und es gab auch einige Unterschiede zum gewohnten Bewegungsablauf.

Sehr witzig auch die Bemerkung der Swamiji, bald wäre ihr 40-jähriges Yogi-Jubiläum, so alt wären etliche Anwesende ja nicht einmal. Ich dachte nur, die meisten sind auch kaum älter als meine Kinder 😉 Aber viele waren ja TeilnehmerInnen der Yogalehrerausbildung. Wenn man bedenkt, dass sehr viele Anfänger im Yoga deutlich über 40 sind, dann ist das ein großer Altersunterschied. Ob so junge YogalehrerInnen sich dann so leicht in das Gefühl einer ganz anderen Generation hinversetzen können? Sie haben ja oft noch genug mit sich selbst zu tun…

Nach der Endentspannung dann war noch einen kurze Fragerunde. Die eifrigen Yogalehrerinnen-Azubis (wenn ich sie mal so nennen darf) drängten sich eng um die Swami, von hinten war kein durchkommen. So schnell konnte ich das auch sowieso nicht verarbeiten. Auffällig für mich waren die Fragen nach der Prana-Wahrnehmung. Und mehr als das: wie kann es sein, dass Leute längere Zeit Yoga machen, ohne Prana zu spüren? Aber es ist wohl so. Ich konnte das schon immer, dachte auch, das könnten alle. Ich brauche nur die Hände ausbreiten, schon spüre ich wie ich eine Art Prana-Schirm aufspanne, als wären meine Hände durch ein unsichtbares Gummiband verbunden.

Muss ich noch betonen, dass mir Pranayama viel gibt? Am liebsten ist mir Sukadevs Sequenz: Agni Sara, Kavacham, Kapalabati. Diese übe ich seit vielen Wochen jeden Morgen. Wechselatmung hingegen fällt mir sehr schwer, ich habe es in anderen Beiträgen schon erwähnt, mit ungerader Nasenscheidewand und häufigem Schnupfen ist das nicht leicht. Manchmal schummele ich dann in der Yogastunde, selbst Yogis schauen einen komisch an wenn man eine Übung nicht mit macht 😉

Mein Fazit des Abends: es mag sein, dass ich körperlich mit den Jungen nicht mithalten kann, aber Yoga ist ja auch kein Sport. Patanjali sagt: Sthir sukham Asana – „In sich ruhend, entspannend, so die Asana“ (zitiert nach Osho, Das grüne Yoga-Buch, S. 43f). Eine Yogahaltung sollte so sein, dass Du dabei deinen Körper vergessen kannst. (ebd)
Osho mag ein Verführer gewesen sein, seine niedergeschriebenen Worte allerdings sind so evident wahr dass ich keinerlei Zweifel habe.

Also nehme ich an solchen Workshops auch nicht deshalb teil, weil ich die Details einer solchen Vermittlung so wichtig finde, sondern vor allem weil ich den Geist einer solchen Lehrerin spüren möchte. Diese hier hatte eine starke Aura, aber nicht das Talent, den Geist zu lehren, oder nicht die Absicht. Ich spürte nicht diese Präsenz, die ich bei anderen Workshops wahrgenommen hatte. Lag das an mir? Vielleicht war es mein Fehler, meine Schwäche, es kann sein. Vielleicht auch sollte ich diese Gabe, Prana wahrzunehmen, besser nutzen, anderen damit zu helfen. Ich werde darüber meditieren.

OM SHANTI

Blue

PS: liebe Freunde, mein Schleppi gibt schon langsam den Geist auf…. Wenn irgendwo in diesem TexT ein T oder ein Q fehlen sollTe, dann lieg es nich an meiner schlechTen Rechtschreibung, sondern weil die TasTen kapuTT sind und nich mehr reagieren. Ich muss die fehlenden BuchsTaben immer mit der Bildschirmtastaur eingeben. Das bremsT naTürlich gewaltig, und nervT kolossal. Deshalb werde ich wohl demnächst einen neuen kaufen. Wegen der guTen Qualität denke ich an ein Äpfelchen, aber es darf gebraucht sein. Falls jemand noch so ein Stück „Obst“ über hat kann er/sie mir ja ein Angebot machen 😉

Vegan ist nur die halbe Botschaft

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So sieht im Moment meistens mein Mittagessen im Büro aus. Die Kartoffelpuffer sind dabei nur eine Zugabe, oft sind stattdessen auch Körnerbrötchen dabei oder Vollkornbrot, und dazu mein geliebter Kräuterkäse.. Ja, ich weiß: Käse ist nicht vegan. Aber das ist ja auch nicht das Ziel.

Nach meinem Gefühl soll das Essen nicht vegan per se sein, sondern gesund. Kleinere Abweichungen sind daher für mich kein Problem. Umgekehrt sind ja auch Alkohol, Koffein, Zucker im Prinzip vegan, aber nicht gesund. Mir scheint eher sinnvoll, was Yoga zur Ernährung sagt:

Die Ernährung soll vor allem gesund (sattwig) sein.

Gute Anregungen für die Ernährung fand ich zuerst bei Yoga-Vidya,  insbesondere dort. Später auch bei Swami Chidanand in einem seiner Bücher (im ersten Kapitel).

Die Hauptsache ist die: wenn ich vegetarische, sogar vorwiegend vegane Kost zu mir nehme, dann nicht wegen irgendeiner Theorie. Mittags esse ich seit einigen Wochen fast nur noch Salat, aber nicht weil ich ein Rohkost-Fan war (vielleicht werde ich das noch :)) sondern weil es mir hilft, meine Doshas im Gleichgewicht zu halten. (Zu Doshas siehe die Ayurveda-Seiten bei Yoga-Vidya, nur als Beispiel.) Ich habe ein stärkere energische Seite, im Horoskop habe ich auch Aszendent Löwe, und muss also meine starke Pita-Seite dämpfen. Ab dem späten Vormittag trinke ich deshalb auch keinen koffeinhaltigen Tee mehr. Mittags Salat zu essen hilft mir, im Gleichgewicht zu bleiben.

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Hier übrigens unser Menü von heute: Spitzkohl mit Bratkartoffeln und Tomaten-Paprikagemüse.

Sinnvolle Empfehlungen finde ich daher vor allem in den ayurvedischen Hinweisen, auf yogische Weise interpretiert. Sukadev Bretz von Yoga-Vidya hat es neulich in einem Podcast sehr gut zusammengefasst: Die Ernährung soll gesund (sattwig) sein. Zur gesunden Ernährung gehören vier Bestandteile: 1. Obst 2. Gemüse und Salate 3. Getreide und Vollkornprodukte 4. Hülsenfrüchte. Weniger gut sind rajasige Nahrungsmittel, diese machen den Geist unruhig: Koffein, Industriezucker, scharfe Gewürze, Fertiggerichte, Industrienahrung, Fast Food. Davon soll man wenig zu sich nehmen. Heute zählt man auch die Eier und Milchprodukte dazu, wegen der Produktionsbedingungen. (Industriebackwaren würde ich auch dazu zählen.) Dann gibt es noch tamasische Nahrung, diese ist direkt körperlich schädlich: Fleisch, Fisch, Alkohol, Drogen. Diese soll man besser gar nicht zu sich nehmen.

Am wichigsten aber ist, dass man nicht vergißt, daß wir alle auf dem Weg zu uns selbst sind. Für einige ist der Weg vielleicht länger, oder geht über eine andere Route. Das heißt aber nicht, daß wir auf sie herabschauen dürften.

Tee am späten Vormittag: Ingwer Zitrone Tee

Am späten Vormittag nehme ich natürlich keinen coffeinhaltigen Tee mehr.
Hier mein Vorschlag dafür:

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Ingwer Zitrone Tee, von YogiTea

(der Tee wird noch etwas dunkler, richtig goldgelb, diesen hatte ich gerade aufgebrüht)

Auf der Packung steht (neben Werbung für ayurvedisches Leben):

Die scharfe Note des Ingwers wärmt unsere Seele und der saure Geschmack der Zitrone weckt in uns ein Gefühl der Leichtigkeit. Ein wundervoller Muntermacher.

Der Eindruck:

Eine leichte Schärfe ist hier angemessen, so muss Ingwer schmecken. Die Zitrone ist angenehm zurückhaltend, gar nicht sauer. Dazu ist ein wenig Süßholz darin, und wiederum etwas schwarzer Pfeffer. Ein ausgewogener Geschmack.

Die Wertung:

Ein hervorragender Tee um etwas Energie zu aktivieren.

Nicht umsonst die ayurvedische Zuordnung V-P+K-
Das bedeutet: Vata (V) wird gemindert (-). Pita (P) wird gestärkt (+). Kapha (K) wird gemindert.
Da ich selbst ein Vata-Pita-Typ bin ist das für mich nur vormittags sinnvoll, sonst überdrehe ich noch.

5 von 5 Sternen 🙂

PS: perfekt wird es mit einer veganen Schokokugel

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12 Wochen – und doch passieren immer wieder Pannen

Seit 12 Wochen schreibe ich mir nun auf, wie ich den Tag verbringe. Wann ich aufstehe, ob ich morgens meditiere, Asanas einübe, etc. Es schärft den Blick deutlich. Empfohlen wurde es in einem Satsang bei Yoga-Vidya, an dem ich aber nur per Internet teilnahm.

An den allermeisten Tagen muss ich natürlich auch arbeiten, und vorher morgens das Frühstück vorbereiten. Also ist mein Standard-Tagesablauf an Arbeitstagen ungefähr so:

05:00 Uhr aufstehen, Yogasachen anziehen, kurz lüften, dabei Wetter prüfen, Gummibaum (wenig) gießen, Yogamatte ausrollen, Mala umlegen.
zuerst Pranayama: Agni Sara, Kavacham, hinsetzen, Kapalabati 3 Runden.danach Meditation (ca 20 Minuten), danach einige Mantras singen.
Kurz vor sechs dann Pause, Frühstück vorbereiten, Sohn wecken.
Danach zuerst einige Mantras singen, dann Asanas: Sonnengruß, wenn möglich 4 bis 6 Runden (kann ich nicht jeden Tag). Krokodilsübungen. Krokodilsdrehungen. Schulterstand. Vorbeuge. evtl Fisch. Drehsitz. Krieger. Berghaltung. Positionen ganz nach Gefühl und je nach Schmerzen in den Gelenken. zum Schluss dann Tiefenentspannung.
Danach kurz vor sieben dann ins Bad, Umziehen, selbst Frühstücken.

An den meisten Tagen schaffe ich das so, nur etwa ein Mal pro Woche bin ich morgens so unkonzentriert, daß ich lieber eine geführte Meditation mache. An solchen Tagen höre ich in der ersten Stunde dann den Podcast „172: Yoga-Übungspraxis 20 Minuten“ von Sukadev von Yoga-Vidya.

Das schafft man natürlich nur, wenn man deutlich vor Mitternacht schlafen geht. Aber es ist nicht so schlimm wie man zuerst denkt. Die Tiefenentspannung ersetzt ganz klar auch Schlaf. Und es hilft sehr, sich den Tagesablauf in einem Spirituellen Tagebuch aufzuschreiben.

Wer auch einmal versuchen mag, wie das ist, kann hier: SpirituellesTagebuchVorlage
meine Vorlage ausprobieren. (Nur für private Verwendung freigegeben.)

Trotzdem klappt es nicht jeden Tag. Gerade heute morgen piepste direkt nach dem Aufstehen mein Tablet. Neugierig wie ich bin musste ich natürlich schauen was das war, und bin prompt länger dran hängen geblieben. Naja, dann hab ich nach sechs den Podcast gemacht, war auch nicht so schlimm.

Die goldene Regel ist: wenn man es einmal nicht schafft, vergisst, oder nicht kann, warum auch immer – danach einfach weitermachen, als wäre nichts geschehen. Wir sind alle nur Menschen, machen Fehler, Perfektion ist sowieso kein Ziel.

Am Wichtigsten ist, sich davon nicht entmutigen zu lassen. Manche hören mit den besten Gewohnheiten plötzlich auf, nur weil es ihnen einmal nicht gelingt, sie einzuhalten. Vielleicht weil sie von sich selbst enttäuscht sind. Das sollte man ganz bestimmt vermeiden. Einfach weitermachen. Pannen passieren.

Om Namah Shivaya.

wie ist das Verhältnis von Yoga, Tao und Zen zueinander?

Schon sehr lange bin ich von Zen beeindruckt. Schon während des Studiums entdeckte ich das berühmte Buch Zen in der Kunst des Bogenschießens, und war von der Anstiftung zum Selbst-Denken geradezu elektrisiert.

Immer wieder aber wurde und wird kolportiert, Zen sei so großartig kompatibel zum europäischen Christentum. Dem kann ich nur klar widersprechen, das ist Unsinn, zum Mindesten was alle Kirchen betrifft die das Dogma des „Allein durch den Glauben, allein durch Gnade, allein durch Vergebung“ vertreten. Alle diejenigen, die mich auf solche Weise immer wieder entmündigen wollten, habe ich als junger Erwachsener als das schlimmste Übel erkannt. Wann und wo immer ich dieser Lesart begegne nehme ich mir die Freiheit – frei zu sein, und zu gehen. Diese Leute wollen nur Macht ausüben, nicht helfen. So aber ist Zen gerade nicht.

Faszinierend sind natürlich immer wieder die vielen Köans. In denen Meister (Gurus) ihren Schülern Fragen stellen, oder auch Aufgaben stellen, zum Beispiel um sie darauf zu bringen, dass den Dingen eben primär ihr So-Sein anhaftet, oder auch dass das Leben als Lebewesen die primäre Aufgabe ist. Sehr deutlich dabei gerade in der Rückschau, dass es den einen Weg als solchen nicht gibt, daß er immer neu gefunden werden muss.

Später dann las ich Siddharta von Hesse. Verstand, dass diese Philosophie der Freiheit von Buddha verkündigt wurde. Details aber fand ich dort natürlich nicht. Schwieriger dann  Bücher des Dalai Lama (ich habe nur zwei gelesen, es gibt bestimmt mehr, vielleicht bessere), darin vor allem Interna, das Trennende der verschiedenen „Wagen“, wenig Gemeinsames, noch weniger Grundlegendes. Tibetischer Buddhismus ist wohl nicht mein Weg.

Dann fand ich eine wunderschön bebilderte Ausgabe des Tao-Te-King von Gia-Fu Feng. Grandios übersetzt und auf Deutsch formuliert schon die ersten beiden Abschnitte. Aber davon hatte ich schon berichtet. Immer wieder auch lese ich in verschiedenen Übersetzungen.

Im Frühjahr des vergangenen Jahres machte ich zum ersten Mal Yoga. Schon bei der allerersten Stunde wusste ich: das ist es, was ich suchte. Die Lehrerin war auch sehr nett, nur an den Stunden konnte ich nicht teilnehmen, Zeitpunkt und Ort waren unerreichbar für mich. Im Sommer dann fand ich Yoga-Vidya Bad Meinberg, machte dort eine Woche Yoga-Ferien. Es war eine Offenbarung. Nicht nur gute Bewegungsübungen, auch die gesunde Ernährung, die Meditationen und sogar das Mantrasingen taten mir unglaublich gut. Ich kann es eigentlich nicht oft genug sagen: ich kann seitdem gesund, heil werden.

Inzwischen habe ich auch einige der Grundwerke des Yoga gelesen: Patanjalis Yoga-Sutra, die Bhagavad Gita, und Kapilas Karika (Sankhya-Philosophie). Neben einigen Büchern über Asanas. (Nicht dass man diese Grundwerke je auslesen könnte, aber ich kenne nun ein wenig daraus.)

Wenn man die Bücher von Raph Skuban liest, dann enthalten sie auch unerwartet viele Parallelzitate zum Tao te king und zu apokryphen (oder gnostischen?) Texten des Neuen Testaments. (Wieder diese Parallelen.)

Natürlich habe ich mich gefragt, warum mir der polytheistische Götter-„Zoo“ so vertraut vorkam, so natürlich. Es ist wohl, weil die Distanz dann geringer wird, diese Götter sind nicht die allgewaltigen, allwissenden Über-Ich-Figuren, eher wohl wie katholische Heilige. (Man verzeihe mir diesen Vergleich, als evangelisch aufgewachsener weiß ich darüber nicht viel.) Und auch wird immer wieder betont, dass es eben nur Aspekte des einen allumfassenden Gottlichen sind. Also eher Panentheismus, das ist zusammen mit der Theorie der Selbstverwirklichung etwas zutiefst auch demokratisches, emanzipatorisches. Aber es mutet schon fremd an.

Später hörte ich dann, dass Patanjalis Yoga-Sutra auch Elemente des Buddhismus enthält, und dass moderne Indologen sich uneins sind, welches nun zuerst entstand, wer von wem abschrieb (wenn das überhaupt eine sinnvolle Kathegorie für historische Texte ist). Wenn ich dazu die schillernden Unterschiede der Buddhistischen Strömungen bedenke, dann habe ich schon den Eindruck, yogische (oder hinduistische?) Sankhya-Philosophie und Buddhismus haben sehr viel mehr gemeinsam als man zunächst wahrnimmt.

Sehr irritierend fand ich dann wiederum ein Buch von Hans-Peter Hempel Zen-Yoga, in dem es aber kaum um Yoga geht, und auch nur sehr periphär um Zen, sondern eher um seine Vorliebe für Heidegger und Osho. Insofern ist es logisch, dass er sich als Atheisten versteht. Aber, leider nehme ich ihm die atheistische Transzendenz genausowenig ab wie vor ihm schon Ernst Bloch. Die leidenschaftliche Suche, ja, aber nicht ihre These. Einen transzendenten Vorgang ohne Transzendente Realität halte ich für Unsinn, für ein Hirngespinst.

So befinde ich mich also auf einem Weg, der mich durch Einflüsse von Buddhismus und Hinduismus – zu mir selbst führt? Vielleicht werde ich die Fragen an den Zen noch einmal neu stellen, wenn ich wieder mehr Japanisch übe. 🙂 Wie denken eigentlich Japaner über Yoga?

Freie Tage fühlen sich komisch an

Nach den vielen Wochen erfüllt mit Hektik, Stress, frühem Aufstehen und konzentrierter Arbeit fühlt sich diese arbeitsfreie Zeit ganz fremd an. Es fällt mir schwer, einen neuen Tagesrythmus zu finden. Ebenso, den Tag sinnvoll zu strukturieren. Vielleicht liegt es daran, daß ich die Aktivitäten, mit denen ich früher freie Tage füllte, nur noch selten mag. Fernsehen mag ich nur noch in der Form selbstgewählten Programms von DVD, oder aus Mediatheken im Internet. Nur sehr selten mute ich mir die Nachrichtenflut von ARD und ZDF zu, Kommerzsender (privat sind die nicht) mochte ich noch nie.

Da meine Mitbewohner aber das Fernsehen sehr mögen ziehe ich mich oft in meinen Raum zurück, eine Art selbstgewählte Klausur. Dafür ernte ich oft missmutige Blicke, aber ich sehe nicht ein, nur um des Friedens willen, die gleiche Berieselung zu ertragen. An Werktagen ist das zeitlich auch nicht so auffällig, aber in dieser Woche schon. Ich hoffe diese Tage vergehen schnell.